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Die Vitamine:
Seit der Entdeckung der Vitamine vor ca. 90 Jahren hat sich ein tiefgreifender Wandel in der Tierhaltung vollzogen. Vitamine sind
organische Substanzen, die zur Aufrechterhaltung aller Körperfunktionen (Wachstum, Gesundheit, Fruchtbarkeit, Leistungsfähig-
keit)not wendig sind. Da Vitamine in der Regel nicht vom tierischen Organismus selbst hergestellt werden können, sondern mit
der Nahrung dem Körper zugeführt werden müssen,bezeichnet man sie als essentielle (=lebensnotwendige) Mikronährstoffe.
Dabei hat jedes Vitamin seine spezielle Aufgabe, die nicht von einem anderen Vitamin übernommen werden kann. Um einen
ungestörten Verlauf aller physiologischen Funktionen aufrecht zu erhalten, müssen alle Vitamine regelmäSig zugeführt werden.
Fehlt eine der Komponenten, treten Mangelerscheinungen auf, die bei längerem Andauern auch zum Tode führen können. Anders
als Kohlenhydrat, Eiweiß, Fett und Mineralstoffe, die dem Körper als Nähr- und Aufbaustoffe dienen, üben die Vitamine und Spu-
renelemente als sogenannte Wirkstoffe wichtige Funktionen bei allen Lebensvorgängen der Tiere aus. Ganz sicher weiss man,
dass eine Unterversorgung mit Vitaminen zu Leistungsstörungen,Krankheiten, schlechtem Wachstum, Störungen der Fortpflan-
zung und Anfälligkeit gegenüber Stresskrankheiten und Parasitenbefall führt.

Ist nur ein Vitamin im angebotenen Futter unterdosiert kann in einigen Fällen an der zu beobachtenden Ausfallerscheinung die
Unterversorgung erkannt werden, falls keine nicht wiedergutzumachenden Schäden vorhanden sind, wie dies bei einem Vitamin-
D-Mangel oft der Fall ist, durch die Gabe eines entsprechenden Vitaminpräparats die Gesundheit des Tieres wieder hergestellt
werden.

Werden Tiere in ungenügendem Maße mit Vitaminen versorgt, so führt dies nach einiger Zeit unweigerlich zu Störungen im Stoff-
wechsel und in der Funktion einiger Gewebe. Diese Vitaminmangelerkrankung wird als HYPOVITAMINOSE bezeichnet. Die
Hypovitaminose zeigt sich in drastischem Leistungsabfall, Wachstumsstörungen, Störungen der Fortpflanzungsfähigkeit, Anfäl-
ligkeit für Infektionskrankheiten und in zu geringen Abwehrkräften gegenüber schwächendem Parasitenbefall.

 

Mögliche Ursachen für einen Vitaminmangel:

  • a) Ungenügende Vitaminversorgung
  • b) Erhöhter Vitaminbedarf bei intensivem Wachstum, während der Brutzeit oder der Trächtigkeit, bei der Aufzucht von
    Jungen, sowie bei allen Streßsituationen wie Ausstellung, Transport, Umsetzen usw.
  • c) Erhöhter Vitaminbedarf wegen einer Erkrankung des Magen-Darm-Kanals, die häufig die Verwertung der Vitamine
    verhindert.
  • d) Bei einer Erkrankung von Organen, die als Vitamindepot dienen, wie z.B. bei einer Leberschädigung.
  • e) Erhöhter Vitaminbedarf entsteht auch bei der Behandlung mit Medikamenden.

 

Bei einer Vitaminmangelerkrankung wird durch die Zufütterung eines guten Vitaminpräparats oder besser einem Vitaminfutter im
allgemeinen der Gesundheitszustand des Tieres sehr rasch verbessert, falls der Vitaminmangel nicht bereits einen irreversiblen
gesundheitlichen Schaden verursacht hat.

 

Welche Vitamine gibt es?

  • a) Fettlösliche Vitamine sind A, D3, E, K.
  • b) Wasserlösliche Vitamine sind B1(Thiamin), B2 (Riboflavin), B3 (Nikotinsäure), B5 (Pantothensäure), B6 (Pyridoxin),
    B12(Cyanocobalamin), C (Ascorbinsäure), Folsäure.

 

Die Aufgabe der Vitamine und ihre Wirksamkeit

  • Vitamin A
    • ist wichtig für das Zellwachstum, insbesondere bei Jungfischen. Vitamin A spielt eine wichtige Rolle beim
      Sehvorgang. Mangelerscheinungen: Schlechtes Wachstum, Verkrüppelungen des Rückgrats und der Flossen.
      Da Vitamin A fettlöslich ist, kann es nicht über das Wasser zugeführt werden, sondern immer nur über das Futter.
  • Vitamin D3
    • spielt eine maßgebliche Rolle beim Knochenaufbau des Fisches.Vitamin-D-Mangel führt aufgrund der schlech-
      teren Calcium- und Phosphoraufnahme vor allem beim wachsenden Tier zu Rachitis, d. h. Verkalkungshemmung,
      mit der Folge von Knochenverkrümmungen, erhöhte Knochenbrüchigkeit, Knochenweiche usw.. Auch beim er-
      wachsenen Tier kann dem Knochen beim D3-Mangel Calcium entzogen werden und zu den beschriebenen
      Symptomen führen.
  • Vitamin E
    • das sogenannte Fruchtbarkeits-Vitamin, ist besonders für Zuchttiere bei der Entwicklung der Geschlechtsorgane
      wichtig. Der Gehalt von Vitamin A und E muß immer in einem bestimmten Verhältnis stehen. Ohne Vitamin E kann
      z. B. Vitamin A nicht wirken und umgekehrt.
  • Vitamin K
    • ist wichtig für die Blutbildung und -gerinnung. Bei Mangelerscheinungen kann es zu anämischen Folgen oder Tod
      bei Verwundungen kommen.
  • Vitamin B1
    • ist wichtig zur Aufspaltung der Kohlenhydrate und wird benötigt, um die normale Funktion des Nervensystems
      aufrecht zu erhalten. Ferner fördert es Wachstum und Fruchtbarkeit, außerdem spielt es eine wesentliche Rolle
      bei der Verdauung. Bei Mangel stehen die Fische lustlos im Wasser, fressen kaum oder gar nicht und sind scheu.
  • Vitamin B2
    • wird benötigt, um verschiedene Verdauungsfunktionen und andere Enzyme im Körper zu steuern; es wird außer-
      dem zum Proteinaufbau benötigt.Wiederum sind schlechtes Wachstum und geringer Appetit äußere Kennzeichen
      bei Mangel. Außerdem kann es auch zu Augentrübungen kommen.
  • Vitamin B3
    • braucht der Organismus. um aus der Nahrung die verschiedenen Bauelemente der Aminosäuren zu körpereige-
      nem Eiweiß zu entnehmen. Es dient also dem Nahrungsaufschluß. Mangelerscheinungen: Schwäche, schlechte
      Verdauung, ziellose Bewegungen und in einem späterem Stadium Geschwüre.
  • Vitamin B5
    • steuert die Hormonproduktion der Nebenniere und den Stoffwechsel. Bei Mangel kann es zu Zellverkrümmung,
      zusammengeklebten Kiemen und allgemeiner Schwächung kommen.
  • Vitamin B6
    • spielt eine gewichtige Rolle im Enzymsystem des Fischkörpers, außerdem wird es zum Stoffwechsel des Pro-
      teinhaushalts benötigt. Bei Mangel kann es zu schneller Atemtätigkeit, Appetitverlust, mangelndem Wachstum
      und Scheu kommen.
  • Vitamin B12
    • ist ebenfalls für den Stoffwechsel wichtig.
  • Vitamin C
    • wird bei der Ausbildung von Zähnen und Knochen benötigt. Es beeinflußt die Heilung von Wunden positiv, wird
      im Enzymsystem zur Verdauung benötigt und fördert die Knorpelbildung. Bei Mangel kommt es zu Veränderungen
      der Haut, der Leber, der Nieren und des Muskelgewebes.
  • Vitamin M, Folsäure
    • spielt ebenfalls bei der Blutbildung eine Rolle und beim Stoffwechsel. Es reguliert den Glukose (Zucker)-Gehalt
      im Blut. Bei Fehlen oder Mangel äußert sich dies durch dunkle Hautpigmentierung, Schwäche und Veränderung
      der Nieren und anderer Organe.

 

Sofern die Futterpackung einer Marke ein Herstellungs- und Verfalldatum trägt, sollte es einer anderen Marke vorgezogen werden,
da dann die Sicherheit gegeben ist, frische Ware zu kaufen.
Diese Frische ist besonders im Hinblick auf den ausreichend hohen und ausgewogenen Vitamingehalt wichtig. Alleinfuttermittel
müssen die für Tiere notwendigen Vitamine und alle anderen Stoffe in ausreichender Menge enthalten.

 

 

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